Physiotherapie und milon Gesundheitstraining

Thomas Buhl

CMD Kiefergelenkstherapie


Die Therapie einer craniomandibulären Dysfunktion, kurz CMD, ist eine spezielle Form der Manuellen Therapie. Sie befasst sich vor allem mit der gezielten Untersuchung und Behandlung von Schmerzen und Bewegungseinschränkungen im Kiefer- und Kopfbereich.

Anwendung findet die Kiefergelenkstherapie vor allem bei

  • Kieferschmerzen

  • Kopfschmerzen (Migräne)

  • Knackgeräuschen

  • Ohrengeräuschen (Tinnitus)

  • nächtliches Knirschen und Beißen

  • Rückenschmerzen


Aufgrund der Kompensationsfähigkeit unseres Körpers zählen allerdings meist Nacken- und Kopfschmerzen zu den ersten Symptomen.


Idealerweise sollten im Schlussbiss, d.h. beim Aufeinandertreffen der Zähne von Ober- und Unterkiefer, die Zahnreihen der Backenzähne rechts und links gleichmäßige Vielpunktkontakte aufweisen.

Gleichzeitig sollten die Kiefergelenke symmetrisch zueinander stehen und die beiden Gelenkköpfe (Kondylen) zentral in der Gelenkgrube liegen, mit der Zwischengelenkscheibe (Diskus artikularis) dazwischen in physiologischer Position. 

Die Kaumuskulatur auf beiden Seiten sollte die gleiche Spannung und Länge haben. Die Unterkieferbewegungen beim Kauen sind komplexe dreidimensionale Bewegungen, so erlaubt die Zweiteilung des Kiefergelenks Rotations-, Translations- und Pendelbewegungen. Die komplizierten Bewegungsabläufe erklären die Anfälligkeit bei Störungen des Systems.


Fehlfunktion von Zähnen und Kiefergelenken

Muskuläre Verspannungen der Kau-Gesichts- und Kopfmuskulatur aufgrund von psychoemotionalem Stress oder Fehlkontakten der Zähne, einer gestörten Okklusion („falscher Biss“), können auf der Seite des Störkontakts das Kiefergelenk distrahieren, auf der Gegenseite komprimieren, was zu Schmerzen am Gelenk führen kann. 

Die Kiefergelenke sind in der Lage, eine gestörte Okklusion der Zähne auszugleichen oder sich daran anzupassen. Beide Reaktionen, Kompensation und Adaptation, sind allerdings nur in begrenztem Umfang möglich, so dass es im Laufe der Zeit über neuromuskuläre Mechanismen zu Schmerzen und Beschwerden einer Craniomandibulären Dysfunktion, (CMD) kommen kann.


Meist liegt die Problematik in der Ganzkörperstatik und der neuromuskulären Dysfunktionen. Bei craniomanibulärer Dysfunktion sprechen wir von myogenen Symptomenkomplexen des temporomandibulären Systems, sowie signifikant häufiger funktioneller Erkrankungen der Zervikalregion oder arthrogenen Erkrankungen, wie z.B. Diskusanteriorverlagerungen oder Osteoarthrosen der Kiefergelenke. Craniomanibuläre Dysfunktion (CMD), auch klinisch inapparente also „stumme“ Funktionsstörungen der Zervikal- und Schulterregion sind zu betrachten und können auch eine eventuelle Ursache asymptomatischer Funktionsstörungen der HWS und der Schultergürtelregion hervorrufen, welche sich an den Wirbelgelenken als hypomobile Funktionsstörung und in der Muskulatur als myofasziale Triggerpunkte diagnostizieren lassen.

Diese Zusammenhänge, die Asymmetrien des Körper und Schwäche des Haltungsapparats sind in der Kiefergelenktherapie zu bedenken um eine adäquate und gute Behandlung zu bieten.

 
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